Inhalt
1. Editorial
2. Neuauflage: Psychiatrie in der DDR
3. 111 Psycho-Paten gesucht
4. Festival „kunst : verrueckt“
5. Psychiatriemuseum auf Facebook
6. Neuerscheinungen
7. Termine
8. Ihre Unterstützung
9. Abonnement und Kontakt
10. Impressum
1. Editorial
Liebe Freunde des Sächsischen Psychiatriemuseums,
nach den ermutigenden Glückwünschen und dem, dank der Referenten, inhaltlich hochinteressanten Symposium zum zehnjährigen Museumsjubiläum im Mai gehen wir mit Zuversicht ins zweite Jahrzehnt unseres Bestehens. Im Mittelpunkt unserer aktuellen Arbeit stehen die Recherchen für die geplante neue Dauerausstellung sowie die weitere Archivierung unserer Bestände. Anfang November werden wir dann wieder mit Veranstaltungen in die Öffentlichkeit gehen. Bitte merken Sie sich die Termine schon einmal vor. Neben der Herausgabe des Newsletter wollen wir in Zukunft auch die Möglichkeiten von Facebook nutzen, um Informationen über das Museum zu verbreiten. Über Ihren Besuch in der virtuellen Welt würden wir uns freuen, noch mehr allerdings würden wir uns wünschen, Sie persönlich in unserem Haus begrüßen zu können.
Ihr Thomas R. Müller
Leiter des Sächsischen Psychiatriemuseums
2. Neuauflage: „Psychiatrie in der DDR“
2006 erschien im Mabuse-Verlag das Buch „Psychiatrie in der DDR. Erzählungen von Zeitzeugen“, in dem sich Patienten und Mitarbeiter an ihre subjektiven Erfahrungen mit der Psychiatrie in der DDR erinnern. Die Grundlage bildeten Zeitzeugeninterviews, die das Sächsische Psychiatriemuseum in einem von der Bundestiftung Aufarbeitung geförderten Projekt geführt hatte. Seitdem hat sich das Interesse an der Psychiatrie in der DDR, besonders in Wissenschaft und Forschung deutlich erhöht. Das Buch „Psychiatrie in der DDR“ leistet mit seinem speziellen Blick einen Beitrag zum Verständnis dieses Kapitels der Psychiatriegeschichte.
Das Buch ist im Verlag ausverkauft und erscheint im 3. Quartal in 2. Auflage. Restexemplare der 1. Auflage können noch versandkostenfrei über museum@durchblick-ev.de bestellt werden
3. 111 Psycho-Paten gesucht
Auch weiterhin wirbt der Durchblick e.V. um private Förderer, die als Psycho-Paten die Projekte des Vereins, darunter das Sächsische Psychiatriemuseum, unterstützen.
Bis zum 11.11.2011 sollen 111 Psycho-Paten gewonnen werden.
An diesem Tag wird es um 11.11 Uhr unter dem Titel „Ein Haus voller Narren“ ein Fest in der Mainzer Straße geben, zu dem wir Sie schon heute herzlich einladen.
4. Festival „kunst : verrueckt“
Vom 1. November bis zum 11. November veranstaltet der Durchblick e.V. bereits zum siebzehnten Mal das Festival „kunst : verrueckt“.
Zwei Veranstaltungen werden im Sächsischen Psychiatriemuseum stattfinden.
Am 3. November geht es um die letzte Schaffensphase der Mundartdichterin Lene Voigt. Von 1946 bis zu ihrem Tod 1962 lebte Lene Voigt in der Heil-und Pflegeanstalt Leipzig Dösen. Auch in dieser Zeit verfasste sie Gedichte, in denen sie in ihrem unverwechselbaren Stil u.a. den Alltag in der Psychiatrie beschrieb. Zu einem Podiumsgespräch erwarten wir Vertreter der Lene-Voigt-Gesellschaft. Am 8. November eröffnet Dr. Boris Böhm mit einem Vortrag die Ausstellung zur 200jährigen Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein, die bis zum 23. Dezember im Sächsischen Psychiatriemuseum zu sehen sein wird. Alle Informationen zum Festival unter www.kunst-ist-verrueckt.de und im nächsten Newsletter.
5. Psychiatriemuseum auf Facebook
Das Sächsische Psychiatriemuseum ist nun auch auf Facebook präsent. Auch auf diesem Wege können Sie zukünftig aktuelle Informationen erhalten.
6. Neuerscheinungen
Boris Böhm: Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein 1811-1939
Herausgeber: Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V., Pirna 2011, ISBN 978-3-9813772-1-7, Preis: 22 Euro
Pirna-Sonnenstein ist in der Psychiatriegeschichte in erster Linie als nationalsozialistische „Euthanasie“-Anstalt bekannt, in der mehr als 13.000 Menschen getötet wurden. Zur Aufarbeitung dieses düsteren Kapitels haben der Leiter der Gedenkstätte Dr. Boris Böhm und das Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V. entscheidend beigetragen. Diese rund 18 Monate, in denen auf dem Sonnenstein jene Tötungsanstalt existierte, haben die lange Geschichte dieses Ortes als Heilanstalt bislang in den Schatten gestellt. Nun ist aus Anlass des zweihundertsten Jahrestags der Gründung der Königlich Sächsischen Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein im Jahr 1811 eine reich illustrierte Publikation erschienen. Der repräsentative Band basiert auf den Ergebnissen der zwanzigjährigen Forschungsarbeit des Autors Boris Böhm. Neben bekannten Kapiteln, die hier erstmals in den Gesamtkontext der Anstaltsentwicklung gestellt werden können, erschließt das Buch zahlreiche bisher wenig bekannte Aspekte der Geschichte des Sonnensteins und liefert damit einen hervorragenden Beitrag für die Geschichte der Psychiatrie in Sachsen und Deutschland. Boris Böhm arbeitet heraus, dass die Anstaltsgründung mit ihrer humanen Ausrichtung und den ungewöhnlichen Heilerfolgen Vorbildcharakter hatte. Dazu trug beispielsweise das 1826 eingerichtete Genesungshaus bei, das eine frühe Form einer ambulanten Nachsorgeeinrichtung darstellte. Auch die 1811 etablierte Privatklinik des Anstaltsdirektors Pienitz gehörte zu den ersten ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Dass die erfolgreiche Entwicklung des Sonnensteins eng mit dem Engagement einzelner Persönlichkeiten verbunden war, macht Böhm mit den Porträts über den Gründervater G.A.E. von Nostitz und Jänckendorf (1765-1836), den ersten Direktor Ernst Pienitz (1777-1853) und seine Nachfolgern deutlich. Doch Böhm erzählt auch die Biografien von Pflegekräften, beschreibt den Wirkungskreis des Anstaltslehrers und des Turnlehrers. Viel Raum gibt der Autor zudem den Lebensgeschichten einzelner Patienten, darunter Berühmtheiten wie Daniel Paul Schreber, der Maler August Richter oder Graf Moritz Esterhazy von Galantha, aber auch bis hierhin unbekannte Einzelschicksale, für die Böhm mehr als 500 Patientenakten sichtete, verweisen auf die Möglichkeiten und Grenzen der zeitgenössischen Anstaltsfürsorge. Umfassende Ausführungen zur Baugeschichte sowie kurze Beiträge zu weiteren Aspekten u.a. zur Erwähnung des Heilanstalt in literarischen Werken oder zum Sonnenstein als Postkartenmotiv machen diese Publikation zu einer materialreichen und vielschichtigen Darstellung der Geschichte einer der bedeutendsten psychiatrischen Anstalten in Deutschland.
T.M.
Bernd Sikora: Das Leipziger Waldstraßenviertel Ein Führer durch Geschichte und Gegenwart Miriquidi Media Bernd Sikora, 2011, ISBN 978-3-9809271-2-3, Preis: 9,95 Euro
Der Führer bietet neun Routen, auf denen das Waldstraßenviertel entdeckt werden kann. Dieses im 19. Jahrhundert entstandene Wohngebiet, besitzt heute, durch die hier instandgesetzten mehr als 500 Baudenkmale eine große Attraktivität. Auch das Sächsische Psychiatriemuseum wird in diesem sachkundigen und bildreichen Führer kurz vorgestellt. (Bestellung und kostenloser Versand über museum@durchblick-ev.de)
7. Termine
Festveranstaltung: 200 Jahre akademische Psychiatrie des Abendlandes aus Anlass der Begründung des ersten Lehrstuhls 1811 in Leipzig
Wissenschaftliches Thema: Konzepte zur Depression im Rück- und Vorblick 21. Oktober 2011, 10 Uhr bis 19.15 Uhr Universitätsklinikum Leipzig AöR, Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig
Sindy.Pampel@medizin.uni-leipzig.de
XVI. Sonnenstein-Symposium
am 22.10.2011 von 10.00 Uhr bis 16 Uhr in Pirna-Sonnenstein
Gern veröffentlichen wir an dieser Stelle auch Ihre psychiatriegeschichtlichen Veranstaltungen und Termine. Der nächste Newsletter erscheint Ende Oktober 2011.
8. Ihre Unterstützung
Da unser Projekt über keine dauerhafte Finanzierung verfügt, benötigen wir Ihre Unterstützung. Jede Spende hilft uns. Auf Wunsch stellen wir Ihnen gern eine Spendenquittung aus.
Spendenkonto:
Konto-Nr.. 3 52 14 02
BLZ: 860 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Psychiatriemuseum
9. Abonnement und Kontakt
Um den Newsletter abzubestellen oder mit uns Kontakt aufzunehmen, schicken Sie uns bitte eine Mail:
10. Impressum
Herausgeber:Sächsisches Psychiatriemuseum
des Vereins Durchblick e.V.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Thomas R. Müller
Redaktionsschluss: 20.09.2011
www.psychiatriemuseum.de
www.durchblick-ev.de
NEU: "kunst_verrueckt" unter www.kunst-ist-verrueckt.de/blog
© Sächsisches Psychiatriemuseum Mainzer Straße 7 04109 Leipzig
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